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Oishii - Japanisches Fondue Pop-up im Widder Hotel

Noch bis zum 14. Februar 2020 gastiert das Pop Up "Oishii" (jap. für 'lecker') in den Räumen des Widder Hotels. Die Gäste dürfen sich auf ein japanisches Fondue-Erlebnis der gehobenen Art freuen. Doch was ist eigentlich dieses 'Shabu-Shabu'? Und was ist im Oishii anders als bei der Fondue-Beiz um die Ecke? Wir ziehen einen (nicht ganz ernst gemeinten) Vergleich:

Die Zutaten

  • Chäsfondue: geschmolzener Käse in verschiedensten Variationen köchelt in einem mit Knoblauch eingeriebenen Rechaud fröhlich vor sich hin, in froher Erwartung, von einem Stück Weissbrot oder Kartoffel penetriert zu werden.
  • Shabu-Shabu im Oishii: eine kochende Brühe, oft bestehend aus Seetang, ist im Oishii bereits bestückt mit Shiratakinudeln, Brokkoli, Pak Choi, Sojasprossen und Frühlingszwiebeln. Um dem essbaren Jacuzzi die Krone aufzusetzen dürfen sich Schweizer Rindshuft, Vietnamesische Krevetten, Japanische Fischbällchen und Schottischer Lachs hinzugesellen. Wer sich eine extra Portion Luxus gönnen möchte, darf gegen Aufpreis 100g Wagyu Entrecôte (90 CHF), ein Stückchen Hummerschwanz (25 CHF) oder Jakobsmuschel (5 CHF pro Stück) dazu bestellen. Vegetarische und vegane Optionen gibt es auf Anfrage.

Das passende Getränk

  • Chäsfondue: Darf es noch etwas Féchy sein? Aigle de Murailles vielleicht? Vielleicht bleibt das obligate Kopfweh heute mal aus. Der Obligate Verdaungs-Schnapps am Ende darf natürlich auch nicht fehlen.
  • Shabu-Shabu im Oishii: Glässchen Champagner gefällig? Zwei Glässchen Ruiniart sind im Set Menu inkludiert. Das ist zwar nicht typisch japanisch, transportiert das Tischgespräch dennoch in höhere Sphären.

Was gibt's dazu?

  • Chäsfondue: Ein paar verirrte Cornichons oder Maiskölbli finden ihren Weg ab und zu in die Nähe des Käse-Sees, ansonsten ist ein Käsefondue jedoch etwas für Puristen. Kein Schischi bitte!
  • Shabu-Shabu im Oishii: Ein japanischer Gemüsesalat macht den Anfang und weckt dezent und kalorienbewusst die Lebensgeister des Magens. Neutralisiert wird zwischen verschiedenen Bissen während des Shabu-Shabus übrigens auch! Analog zum Sushi. Jedoch nicht mit eingelegtem Ingwer, sondern Kürbis. Mussten wir gleich mehrfach nachbestellen, so lecker war dieser. Eine Schüssel Reis wird natürlich auch gereicht. Und was wäre ein Drei-Gänge-Menu ohne Dessert? Eben! Das Tiramisu mit Grüntee und Sake im Glas macht Matcha-Fanatiker wunschlos glücklich.

Das Ambiente

  • Chäsfondue: Käseduft, der durch Mark und Bein geht. Stuhl an Stuhl zelebriert man das Zusammensein an einem stereotyp weiss-karierten Holztisch. Dafür wurden klirrend-kalte Winternächte gemacht!
  • Shabu-Shabu im Oishii: Die Deko des Oishii ist ein Fest für die Sinne. Die bei der Managerin unbeliebten Widder-Statuen wurden im Kinbaku-Stil dezent verhüllt, die Designer von MADE.com zeichnen sich für die Inneneinrichtung verantwortlich und vor lauter Kunstwerken und Blumengesteck könnte man ganz vergessen, dass man im Anschluss an das Essen aufs Tram statt in die Rikscha steigt.

Die Herkunft

  • Chäsfondue: Wie überlebt man den Winter auf der Alp, obwohl das Brot bereits hart und trocken ist? Bingo! Ein wenig heiss geschmolzener Käse macht auch das älteste Mutschli zum Festmahl. Chäsfondue ist ein Arme-Leute Essen und dafür kostet es an den meisten Orten auch nur 30 - 40 CHF. Wer diesen Satz ironisch findet, lebt noch nicht lange genug in Zürich.
  • Shabu-Shabu im Oishii: Die Ursprünge des Shabu-Shabu liegen in China und es tauchte im 20. Jahrhundert erstmals in Osaka auf. In Zürich ist es nicht heimisch und im Oishii nochmals besonders extravagant inszeniert. Preispunkt: 130 CHF.

Fazit

Käsefondue ist ein tolles Wintergericht, gar keine Frage. Wem im Verlaufe der Saison jedoch zu etwas Leichterem zu Mute ist, ist beim Shabu-Shabu genau richtig. Ein Essen im Oishii ist definitiv etwas Besonderes und wir würden jederzeit wiederkommen - nur schon wegen des Ambientes und der charmanten und überaus sachkundigen Bedienung. Das Konzept ist von der Begrüssung bis zum letzten Champagner-Tröpfchen durchdacht. Japanische Pop-ups im Widder Hotel haben bereits Tradition (siehe unser Bericht zum Pop-up "Sushi & Sake" im März 2016). Mit welchem japanischen Pop-up verzaubert das Widder Hotel uns wohl als nächstes?

 

P.S.: Für alljene, die sich dem Pop-up Terror entziehen und trotzdem ein Shabu-Shabu geniessen wollen: unsere 'Was-wo-Essen' Übersicht verrät, wo das Gericht in Zürich sonst noch zu finden ist. Spoiler: es gibt nur 3 Orte.

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